Unser Frieden, die Bergpredigt und

Manfred Stolpe

von

Gustav Adolf Pourroy

(veröffentlicht Berliner Morgenpost 9.1.95)

 

© 1995 Gustav Adolf Pourroy                        minefield-intrigue.htm

Der Untersuchungsausschuß des Landtages von Brandenburg schloß 1994 seinen Bericht über die DDR-Aktivitäten von Manfred Stolpe ab, dem seine Feinde vorwerfen, er habe mit dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR kooperiert. Um diesen charismatischen Politiker auszuschalten, haben seine politischen Gegner kein Mittel gescheut, nach seinen Achillesfersen zu suchen. Kilometer von Akten wurden durchwühlt, Eide geschworen, Hunderte von Personen vernommen, alles um einen Mann zu fällen, der im Volk immer mehr Zustimmung findet. Viele Menschen solidarisieren sich mit Stolpe weil sie wissen, daß er für Ihre Belange kämpfen wird. So kehrte sich das Konzept der Angreifer in den Wahlen gegen sie.

Insofern können die Freunde von Stolpe ruhig in die Zukunft schauen. Das Volk durchschaute das uralte Konzept im Konflikt nach den Blößen des Gegners zu suchen. Die Achillesfersen der Menschen will man aus der Deckung heraus mit Pfeilen treffen. Man erkennt die Leute, die die offene Feldschlacht von Wahlen meiden wollen und lieber nach Blößen suchen. Das Prinzip Intrige läßt grüßen. Die Gauckbehörde liefert das Material, sie stellt öffentlich in Talkshows, Gutachten und durch sogar gesetzlich befugte Herausgabe von Unterlagen an die Medien, Zutaten zu der immer stärker vergifteten Diskussion. So eröffnet diese durch Gesetz geschaffene Sammelstelle der STASI-Unterlagen, die Sünden aller Zeiten, die Büchse der Pandora.

Dem könnten wir gelassen zusehen, wenn nicht die Luft in Deutschland immer böser werden würde. Es geht um die politische Kultur in Deutschland, für die angetreten zu sein die Feinde von Stolpe vorgeben. Sie sagen, unsere politische Kultur erfordere das Bereinigen von dem Gift der DDR-STASI-Welt. Die sich mit den Machthabern der DDR eingelassen haben, müßten in den Hintergrund treten.

Wie kann ein Volk von dem Gift der STASI geheilt werden?

Herr Pfarrer Gauck, dessen Name nunmehr synonym für das Purgieren, das Bereinigen, zur Ader lassen , für die Hölle der 200 km Akten der STASI steht, tritt mit vielen Worten und seinen 3500 Mitarbeitern ( sic!) für die mittelalterliche Konzeption des STASI-Unterlagen-Gesetzes ein.

Warum ist diese Konzeption mittelalterlich, obwohl sie doch gesetzlich verankert ist und alle Abgeordneten das Volk mit ernsthaftem Bemühen von dem STASI-Gift befreien wollten? Der Mensch im Volk kann - das lehrt die Geschichte der osteuropäischen Staaten und der DDR - in einem kranken Staat nur angepaßt handeln. Das wissen Tyrannen weidlich zu nutzen. So sang das Volk auch noch das Lied seiner Verderber: Die Partei, die Partei, die hat immer recht................Solche Volkskörper durch den Pranger der angeblich Schuldigen zu heilen, ist nicht möglich. Soziale Verhaltensweisen laufen auf Schienen, die vom Sozialsystem vorgegeben sind. Dem können nur wenige, starke Menschen entgehen. Ein Volk von lauter Stauffenbergs ist nicht vorstellbar. Heilung kann durch Dialog kommen, wie es Pfarrer Neubert aus Berlin begonnen hat, ein Kreis von Opfern der STASI und von STASI-Leuten zu moderieren. Heilung kann aber vor allem durch Hinwendung zur Zukunft kommen. In Südafrika und in Palästina wird es so etwas wie eine mit deutscher Akribie arbeitende Gauckbehörde nicht geben. Es führte in das Chaos. Alle Erfahrung des Konsensmanagements im Umgang mit kranken Unternehmen und ähnlichen Sozialsystemen sind zwar nur bedingt vergleichbar, zeigen aber in die gleiche Richtung: Der gemeinsame Aufbruch zu neuen Ufern bringt Frieden und Zuversicht.

Herr Pfarrer Gauck sagt, die früheren Opfer müßten Klarheit bekommen, wer ihre Missetäter waren. Gerechtigkeit müsse den Verletzten widerfahren. Er will oder kann nicht überschauen, daß ihm die Büchse der Pandora aus der Hand gleiten wird und Böses wird fortwährend Böses schaffen. Denn wer durch Gesetz dazu berufen ist, Böses offenzulegen, liefert Munition für den Konfliktkampf. Ganz anders hat der ehemalige Verfassungsrichter Mahrenholz jüngst dafür plädiert mit der Verfolgung der Mittäter, der kleinen Bösewichte, der Mauerschützen Schluß zu machen. Die jüngste Affäre um die angebliche STASI-Aktivität des Stefan Heym, Alterspräsident des neuen Bundestages 1994, zeigte deutlich, daß Heißsporne versuchten, Stefan Heym noch vor seiner Eröffnungsrede mit einem klassischen Schuß auf die Achillesferse auszuschalten. So geht man in Deutschland in Wahrheit mit der Büchse der Pandora um.

Dabei wäre ein Pfarrer viel eher berufen, mit anderen Mitteln für Frieden im Volk zu sorgen. Wir wollen damit sicher nicht für Verbrecher plädieren, wir wollen aber klar sehen, daß der Mensch im kranken Staat oft nicht anders handeln konnte als Stolpe es möglicherweise getan hat. Gewiß, Stolpe war kein Stauffenberg, aber auch der hat Hitler gegrüßt. Könnte Herr Pfarrer Gauck nicht lieber die Bergpredigt verwirklichen, es mit ihr versuchen? Die Bergpredigt ist das Fundament unserer christlichen Einstellung zum Nächsten: Sie lehrt uns, mit unserem Nächsten zu teilen, ihn zu beschützen, ihm zu verzeihen. Denn was würde aus uns werden, wenn wir nicht vergeben könnten und wer vergibt uns?

Frieden im Volk

Das Deutsche Volk hat den Krieg überstanden, es schaut nach schrecklichen Erfahrungen in eine bessere Zukunft. Wir brauchen alle tüchtigen Menschen zum weiteren Aufbau.

Unser Vaterland macht im Augenblick die vierte große Umorientierung in diesem Jahrhundert mit. Jedesmal werden neue Ideologien gelehrt, sollen sich Menschen anpassen. Unsere Geschichtsbücher sind Spiegelbilder unserer Zerrissenheit. Warum jagen wir wertvolle, aber sicher in der DDR-Vergangenheit fehlgeleitete Menschen der kranken DDR in die innere Immigration? So stiften die Seilschaften in allen möglichen Gremien Unheil und Böses zeugt fortwährend Böses. Da umarmt Friedrich Barbarossa Heinrich den Löwen versöhnlich, da beginnt die PLO mit den Israelis Frieden zu schließen, Südafrikas Mandela arrangiert sich mit den Weißen nach fast 30 Jahren Haft, Adenauer beschäftigt den SA-Mann Schröder, den Kommentator Globke , der PG Kiesinger wird Bundeskanzler und wir haben nichts anderes in diesem zerrissenen Deutschland zu tun als zu fahnden, wo ( sic ! ) Herr Stolpe einen Orden erhalten hat? Haben wir kein EKO-Problem? Keine Arbeitslosen? Keine Wohnungsnot?

Unsere Kraft müssen wir unseren Kindern widmen und wir sollten den Versuchungen aus den 200 km Akten weiteren Unrat zu destillieren, endlich ein Ende machen. Friede kann nur aus dem Blick in unsere Zukunft kommen. Ceterum censeo: Verbrennt den Dreck!

 

intrigue.html       Minefield-Intrigue.htm     Petition innerer Frieden Deutschland.html

Herr Pfarrer Gauck und seine Verfolgungsbehörde (Zusammenfassung)

 

Im Minenfeld von Intrigen

In the Minefield of Intrigue

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Intrigen sind ein soziales und alltägliches Übel - wie man sich dagegen wappnet.

How to get along with Schemers, Plotters, Intriguers.

English Version in short: The Principle of Intrigue

Intrigen setzen immer einen Konflikt voraus. Mobbing ist etwas Elementares, es ist Hänseln aus Bosheit.

Klassisches Symbol für Intrige: intrigue.jpg

intrigue   minefield-intrigue    konfliktudemokratie  

Manche schlafen ruhig. bigsleep.gif

Der Philosoph Michel Montaigne gibt folgenden Rat:

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