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Vom programmierten Wahn

© Gustav Adolf Pourroy 2008

 

Ein Thriller* mit Charles Bronson zeigt, wie Menschen durch Manipulation ihres Unterbewusstseins zu Handlungen verführt werden können, die ihnen im Normalbewusstsein nicht möglich wären. Auf ein durch das Telefon gesprochenes Schlüsselwort ermorden sie Menschen, sprengen Fabriken in die Luft und lassen Flugzeuge abstürzen. Wir wissen, dass auch Tiere ähnlich programmiert werden können: Liebe Hunde werden auf ein Schlüsselwort  zu Bestien.

Seit früher Zeit wird dieser Effekt vom Menschen genutzt und nicht nur bei Tieren, sondern auch bei seinen Mitmenschen. Besonders junge Menschen sind solchen Manipulationen zugänglich. Erziehung ist eigentlich die Einführung  junger Menschen in die Gesetze des Lebens. Aber fanatische Erzieher gehen darüber hinaus. Sie programmieren zu Gläubigkeit in übersteigerte Inhalte, Botschaften und Ideologien. Propaganda oder PR-Maßnahmen ist die öffentliche Versorgung mit  manipulierter Information. Wir erinnern uns an Goebbels mit seinem unverblümten Bekenntnis dazu: Selbstverständlich hat Propaganda eine Absicht, aber die Absicht muss so klug und so virtuos kaschiert sein, dass der, der von dieser Absicht erfüllt sein soll, das überhaupt nicht merkt.

Die Geschichte liefert uns viele  Beispiele für die Programmierung von Menschen zu nicht mehr selbständig denkenden Individuen. Das Unterbewusstsein wird mit von der Wirklichkeit weit entfernten, fanatischen Inhalten angefüllt und damit so verändert, dass uns zwar äußerlich ein ganz normaler Mensch entgegen tritt, aber sein Geist ist verändert. Vor allem die Mittel zur Manipulation mit einer Delegation (Helm Stierlin in Die Jugend Adolf Hitlers)  und zur Infantilisierung (Eibl-Eibesfeldt in Der Mensch, das riskierte Wesen) folgen diesem Ziel. Das sehen wir zum Beispiel bei...

Ø      .Religiöser Fanatisierung –  Inquisition, Häresie-Verfolgung,  Sekten

Ø       Politischer Fanatisierung – Hisbollah, FDJ, HJ, Chinas Kultur-Revolution

Was für den Zuschauer des Thrillers nur Science Fiction war, ist am 11.September 2001 bittere Wirklichkeit geworden. Tatsächlich waren die Täter bis dahin friedliche Bürger, studierten, wohnten wie das Volk und waren unauffällig.

Gekürzt siehe Version in Der Mensch im kranken Staat bei AMAZON

Flugzeugträger, Truppenmassen und Panzer sind jedenfalls keine probaten Mittel, Kleinkrieg und Terror zu bekämpfen. Der Ausdruck „Krieg dem Terror“ lässt erkennen, dass die wahre Natur des Strategems Terror überhaupt noch nicht erkannt wurde. Terror als ein Strategem des Guerilla-Krieges lässt sich nur mit einem Gegen-Strategem bekämpfen. Viel versprechender als „Krieg gegen den Terror“ ist der Versuch des Baus von Brücken zum Konfliktgegner durch Mediatoren. Amerika hat in der Vergangenheit soviel Konflikte mit Kraft und Voraussicht gelöst, dass die Hoffnung auf neue Erfolge nicht nachlassen muss. Israel selbst steckt zurzeit mehr in einer Massada-Ideologie wie der von Barkochba und zu wenig in der Voraussicht von Itzahk Rabin. Die Aussichten für Israel gegen den Islam zu kämpfen - wie Barkochba gegen die Römer - sind ohne Hoffnung.

Dass drei kleine Kinder in Nordirland bei einem Terror-Akt ums Leben kamen, erschütterte und ermöglichte Besinnung der Konfliktgegner. Soldaten, die Waffen gegen Schwache nicht erheben sondern hinwerfen, Kampfpiloten, die nicht mehr starten wollen, Verbrüderungen bei Begräbnissen (Trauerfeier für Itzahk Rabin) - sind endlich Zeichen von Hoffnung auf Frieden. Die reservierten Haltungen mancher beim Begräbnis von Yasser Arafat sollten nicht entmutigen.

English version

* Film "Telefon" 1977 (Regie Don Siegel)